Winke für den Bio-Gärtner  von Claudia Strauven

 

Es gibt viele Quellen, um das eigene Bio-Gartenwissen auf Trab zu bringen. Meins wird ganz oft von den „Leserwinken“ beflügelt. Die LESERWINKE findet man in einer Publikation der Abtei Fulda – genannt „Winke für den Biogärtner“. Abonnentinnen und Abonnenten der kleinen, drei Mal im Jahr erscheinenden Zeitschrift schicken dem Kloster regelmäßig ihre neuesten Entdeckungen. Ein Beispiel:

 

Kraut- und Knollenfäule

Als ich nach einer Regenperiode meine Tomatenstöcke sah, stellte ich fest: einige Blätter bekamen braune Flecken, die Braunfäule setzte ein. Ich nahm ein Stück Kupferdraht von zwei Zentimetern und steckte ihn durch den Haupttrieb des Tomatenstengels. Mein Erfolg war hervorragend. Meine Tomatenblieben erhalten und ich hatte eine gute Ernte. (LESERWINK Frühjahr 2013)

 

Verborgen hinter dicken, hohen Mauern liegt der 2.000 Quadratmeter große Klostergarten der Benediktinerinnenabtei „Zur Heiligen Maria“ in Fulda. Als die Schwestern vor rund 60 Jahren beschlossen, ihre Erfahrungen über das naturgemäße Gärtnern zu teilen, hatten sie sicher nicht daran gedacht, dass dieser kleine Rundbrief einmal die älteste noch bestehende Biogarten-Zeitschrift im deutschsprachigen Raum sein würde. Die Grundlagen, erklärt Schwester Christa gerne allen interessierten Besucherinnen und Besuchern, stammen aus der Nachkriegszeit:

 

„Wir hatten das Glück, dass nach dem Krieg eine Apothekerin zu uns eingetreten ist. Die hat eine Menge Arzneispezialitäten und Fuldaer Kloster-Tees zusammengestellt. Wir haben dann den Kräuteranbau sehr ausgeweitet. Zwischendurch war mal der Gemüseanbau wichtig zur Ernährung, gerade auch in den Kriegsjahren, weil da die Nahrungsmittel ja begrenzt waren. Aber dann kam eben der Kräuteranbau wieder sehr stark in den Vordergrund.“

 

Im Kloster Fulda entstand auch das unter Bio-Gärtnerinnen und Gärtnern bekannte Kräuterpulver HUMOFIX. Es verwandelt Grünabfälle in kürzester Zeit in Humus. Die Geschichte des Wunderpulvers begann direkt nach dem 2. Weltkrieg. Damals entdeckten die Schwestern in einer Klosterchronik englischer Benediktinerinnen interessante Experimente mit einem geheimnisvollen Kräuterpulver, stellten diese nach, experimentierten weiter und entwickelten Schritt für Schritt das heutige Rezept. Zum Inhalt verrät Schwester Christ immer nur so viel:

 

„Dieses Pulver besteht aus Heilkräutern, Milchzucker und Honig und bewirkt tatsächlich, dass sich die Rottebakterien sehr, sehr schnell vermehren und dadurch entsteht eine große Anfangshitze, die Rotte wird gleich in richtige Bahnen gelenkt, es entsteht keine Fäulnis, der Kompost wird wirklich wunderschön.“

 

Und noch ein LESERWINK zum Thema:

Mit HUMOFIX erleben wir wahre Naturwunder. Es eignet sich besonders nach starken Frösten zum Übergießen. Die Blumen blühen davon in prachtvollen Farben. (LESERWINK Herbst 2021)

 

In Zukunft werden wir an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen weitere LESERWINKE vorstellen. Falls sie aber an einem eigenen Abo interessiert sind, selber mal stöbern und entdecken wollen: https://www.abtei-fulda.de/gartenbau